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Zither
Zittern um den dritten Mann

 

Alpin und international: Die Musik der Zither

Man hört "Zither". Und denkt unweigerlich an Anton Karas berühmte Komposition aus Der Dritte Mann. Vornehmlich werden auf der Zither aber Weisen des alpinen Kanons interpretiert. Sei es durch Solokünstler wie Rudi Knabl, sei es durch Gruppen wie die Leininger Stubenmusik. Und dann kennt man die Zither ja auch noch in der asiatischen Volksmusik, in Klassik, Pop und Entspannungs-Musik.

In der Volksmusik der Alpen pflegt man den Brauch: Töchter, Söhne, Väter und Mütter sitzen gemeinsam in der Stube und musizieren. Besonders beliebt in dieser Tradition sind die Saiteninstrumente, und so haben sich Hackbrett, Harfe, Gitarre, Bass und die Zither als die gängigen Instrumente der so genannten "Stubenmusik" etabliert. Wie die Form des musikalischen Beisammenseins sind auch die gespielten Weisen von jeher tradiert. Unzählige Stubenmusik-Gruppen haben bereits Aufnahmen mit dem bekannten Liedgut von "Erzherzog Johann Jodler" bis "Sierra Madre" eingespielt. Stellvertretend sei hier die liebevoll zusammengestellte LP Frisch Aufg'spielt - Zither aus dem Jahre 2001 genannt. Doch auch als Solo-Instrument überzeugt die Zither. Besonders, wenn sie von Meistern wie Rudi Knabl oder Alfons Bauer angemessen behandelt wird. Einen Einblick in das Werk Bauers gewährt das Album Erinnerung an den Zitherkönig aus dem Jahr 1986. Der Virtuose Rudi Knabl zeigt mit dem Album Stille Nacht, warum die tremoloartig schwingenden Töne des Instrumentes so gerne in der Weihnachtszeit gehört werden: Im Nu schaffen sie eine Sphäre der Besänftigung.

Doch auch im Folk mit seinen sozialen und politischen Anliegen finden sich Liedermacher wie Zither-Manä, deren Saiteninstrument eben nicht die Gitarre ist. Die Wirkung der Zither wird seit Jahrhunderten geschätzt. Man vermutet, dass sie bereits im 15. Jahrhundert in den Ostalpen gespielt wurde. Im 19. Jahrhundert avancierte sie zu einem Modeinstrument der Salonmusik, was zu einem regen Interesse seitens der Komponisten führte. So besteht die Einleitung zu Johann Strauß' berühmtem Walzer Geschichten aus dem Wiener Wald (1868) aus einem Zither-Solo.

In beinahe allen Teilen der Erde spielt man zither-ähnliche Instrumente, insbesondere die chinesische Quin Zither ist eng mit dem alpinen Instrument verwandt. Der Zither-Interpret Xiao-Lian Dai belegt das auf dem Album Ethnische Musik ? China (Die Kunst der Quin Zither). Aus Japan kommt die Pop-Band Audio Active, die auf der CD The Way Out Is The Way In Zither-Sounds in ein Gemisch aus Rock und Dub eingeflochten hat. Wie in den Alpen schätzt man in Asien auch das angenehme Schwingen der Saiten, und so ist Schawkie Roths Album Balanced Music For Tai Chi nur ein Beispiel für den Gebrauch der Zither bei meditativen Übungen. Und über allem schwebt Anton Karas' "Dritter Mann".

Weitere Meister dieser Strömung sind:

Zither Anderl, Curt-Herbert Richter, Geschwister Caldarelli, Sepp Merk, Robert Zollitsch, Heinz Gamper, Manfred Schuler, Leininger Stubenmusik

Ein paar Alben mit Schlüsselqualitäten:

Michalski, Orchester der Wiener Staatsoper, Komposition Johann (Sohn) Strauß: Geschichten aus dem Wiener Wald [1994]
Verschiedene: Frisch Aufg?spielt - Zither [2001]
Alfons Bauer: Erinnerung an den Zitherkönig [1986]
Rudi Knabl: Stille Nacht [1998]
Zither Manä: 20 Jahre - 1980 - 2000 [2000]
Anton Karas: 50 Jahre Kinopremiere [2000]
Dai Xiaolian: Ethnische Musik ? China (Die Kunst der Quin Zither) [1991]
Schawkie Roth: Balanced Music For Tai Chi [2000]
Audio Aktive & Laraaji: The Way Out Is The Way In [2001]