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Das musicline.de-Genrelexikon bietet Hintergründe zu den verschiedensten Stilen und Phänomenen in der Musik. In jedes Thema führt ein kurzer Text ein, der die wichtigsten Entwicklungen, einflussreichsten Künstler und besten CDs vorstellt. Das Genrelexikon erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern wird fortwährend erweitert und aktualisiert.

Rockabilly
Die Sonnen von Memphis

 

Rockabilly als harter Kern des Rock'n'Roll

Die Geschichte des Rockabilly lässt sich nicht erzählen, ohne etwas über das Label Sun Records zu sagen. Mitte der 50er Jahre verhalf es Rockabilly zum Status heißgeliebter Musik. Mit Elvis Presley, Carl Perkins, Jerry Lee Lewis und dem jungen Johnny Cash wurden in der Sun-Stadt Memphis, Tennessee vier frühe Stars jener Musik produziert, die bald als harter Kern, eine Art Urversion des Rock'n'Roll< angesehen wurde.

Anders als im Fall des Rock'n'Roll ist mit dem Rockabilly zunächst eine speziell musikalische Assoziation geknüpft: So genannte Jump Up-Rhythmen, geslappte Kontrabässe, schnelle Soli auf der elektrischen Gitarre bilden so etwas wie die unverzichtbaren Grundlagen dieser Musik. Wobei Rockabilly besonders in seinen Anfangsjahren noch regionale Unterschiede aufweist.

Denn Rockabilly entsteht aus sehr verschiedenartigen Geschichten. Da ist der Blues, der sich seit den 40er Jahren mehr und mehr zu einer Musik der urbanen Industrieregionen im Norden der USA entwickelt. Und da sind die Traditionen von Hillbilly und Country: von der weißen Bevölkerung gespielte, ländliche Musik. Ab Mitte der 40er Jahre laufen sich diese Musiken ständig über den Weg. Als afroamerikanische Musiker wie Howlin' Wolf in Chicago oder Fats Domino in New Orleans den Blues immer weiter treiben und Rock'n'Roll ihrerseits vorweg nehmen, treffen ihre Songs auch bei jungen, weißen Musikern vom Lande auf Interesse.

So spielten die Delmore Brothers noch in den 40er Jahren eine Melange aus Boogie Woogie-Rhythmen und Country-Melodien. Ihnen gar nicht unähnlich war der Sound der Saddlemen. Sie führten den hüpfenden, schnarrenden Kontrabass ein. Dieser wurde nach ihnen zum Erkennungsmerkmal des Rockabilly. Wie auch das für jene Zeit hohe Tempo, wie es etwa einem Song aus der Ära nach der Saddlemen, doch gesungen von der Stimme der Saddlemen war: Rock Around The Clock von Bill Haley.

Bill Haley wurde als Sohn von Musiker-Eltern in Highland Park, Michigan geboren und tat seit Ende seiner Schulzeit nichts anderes, als mit Bands in kleinen Clubs auf dem Land aufzutreten. Als er 1949 in Chester, Pennsylvania und damit einer Stadt landete, zog er die Cowboy-Kleider aus und glich auch seine Musik stark dem urbanen Blues an. Seine Geschichte ist damit ähnlich Rockabilly-idealtypisch wie jene des größten Stars, die Rockabilly je hervorgebracht hat: Elvis Presley.

Anders als im Fall des Rock'n'Roll ist mit dem Rockabilly zunächst eine speziell musikalische Assoziation geknüpft: So genannte Jump Up-Rhythmen, geslappte Kontrabässe, schnelle Soli auf der elektrischen Gitarre bilden so etwas wie die unverzichtbaren Grundlagen dieser Musik. Wobei Rockabilly besonders in seinen Anfangsjahren noch regionale Unterschiede aufweist.

Denn Rockabilly entsteht aus sehr verschiedenartigen Geschichten. Da ist der Blues, der sich seit den 40er Jahren mehr und mehr zu einer Musik der urbanen Industrieregionen im Norden der USA entwickelt. Und da sind die Traditionen von Hillbilly und Country: von der weißen Bevölkerung gespielte, ländliche Musik. Ab Mitte der 40er Jahre laufen sich diese Musiken ständig über den Weg. Als afroamerikanische Musiker wie Howlin' Wolf in Chicago oder Fats Domino in New Orleans den Blues immer weiter treiben und Rock'n'Roll ihrerseits vorweg nehmen, treffen ihre Songs auch bei jungen, weißen Musikern vom Lande auf Interesse.

Presley besuchte im Sommer 1953 das kleine Label Sun Records in Memphis, Tennessee. Eigentlich wollte er nur für sich eine Schallplatte aufnehmen und dafür das Studio des Sun-Gründers Sam Phillips benutzen. Vielmehr wurde zunächst auch nicht draus. Doch ein Jahr später produzierte Philips eine Presley-Single mit Coverversionen von Arthur Crudup- und Bill Monroe-Songs. Sie verkauften sich in der Region schon überraschend gut. Phillips sah sich in seinem Konzept bestätigt: In diesem gut aussehenden, weißen Country-Jungen, sah er die Person, welche die beliebten weißen und schwarzen Musikstile der Zeit zu mixen vermochte. Darüber hinaus war Presley mit der Fülle und der Breite seiner Gesangstechniken auch noch ein hervorragender Musiker.

Denn obwohl Philips afro-amerikanische Musik wie den Blues liebte und anfangs auch über sein Label veröffentlichte, hielt er schwarze Künstler in einer ganz von Weißen beherrschten US-amerikanischen Gesellschaft für nicht massentauglich. Bis heute wird daher von schwarzen Künstlern die Geburt der Massenkultur Rock'n'Roll aus der Musik des Rockabilly als rassistischer Akt kritisiert: Ein eloquentes Beispiel dafür ist der Rap-Track Fight The Power von Public Enemy aus dem Jahr 1989.

Phillips produzierte weitere Singles von Presley, und noch im Jahr 1954 verkaufte er die Presley-Rechte an die große Plattenfirma RCA. Nun konnte die Kultur-umwälzende Epoche des Rock'n'Roll mit seinen neuen Vermarktungsstrategien, die ganz auf den eben entdeckten Teenager-Markt ausgerichtet waren, beginnen. Das war aber nicht alles, was Phillips und sein Label für den Rockabilly getan hatte. Mit Carl Perkins und Jerry Lee Lewis erschienen zwei weitere ewige Größen des Rockabilly auf Sun Records. Und 1955 erschien die erste Single von Johnny Cash ebenfalls in Memphis. In dieser Zeit klang auch Johnny Cash noch stark nach Rockabilly, diesem harten Kern des Rock'n'Roll.
(cb)

Weitere Meister dieses Genres sind:

Maddox Brothers & Rose, Sonny Burgess, Conway Twitty, Warren Smith, Billy Lee Riley, Charlie Rich, Janis Martin

Einige Schlüsselalben dieses Genres sind:

The Delmore Brothers: Hillbilly Boogie [1945]
Bill Haley & His Comets: Shake, Rattle & Roll [1955]
wiederveröffentlicht als: Rock Around The Clock [1999]
Johnny Burnette Trio: Rockbilly Boogie [1956]
Wanda Jackson: Queen Of Rockabilly [1956]
Elvis Presley: Elvis Presley [1956]
Verschiedene: The Sun Legend/ Rockabilly Vol. 1 [2000]
Carl Perkins: The Essential Sun Collection [2002]
Jerry Lee Lewis: Great Balls Of Fire [2003]

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