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Das musicline.de-Genrelexikon bietet Hintergründe zu den verschiedensten Stilen und Phänomenen in der Musik. In jedes Thema führt ein kurzer Text ein, der die wichtigsten Entwicklungen, einflussreichsten Künstler und besten CDs vorstellt. Das Genrelexikon erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern wird fortwährend erweitert und aktualisiert.

Folk Rock
Verstärkung für den Song

 

Folk Rock: Folk in Bandbesetzung

Mitte der 60er Jahre treffen zwei Dynamiken aufeinander: der große Siegeszug des Rock'n'Roll und das Wiedererstarken des Folk. Die Byrds singen vom "Mr. Tambourine Man". Bob Dylan tauscht die Akustische mit der Elektrischen Gitarre um und Folk Rock kommt in Gang - musikalisch bis heute bedeutend und immer neue Generationen hervorbringend.

Dylan, Beatles, Byrds - sie haben alle ihren Anteil an der Entwicklung, die bald auf den Namen Folk Rock hören wird. Es ist um 1965 auch eigentlich unvermeidbar: zu viel Sturm hat Rock'n'Roll als Jugendkultur in diesen Jahren, und zuviel Drang besitzt Folk als Musik junger Intellektueller wie Joan Baez und Bob Dylan.

Es bleibt noch, kurz in diese Zeit mit ihren ästhetischen Ideologien und Barrikadenkämpfen einzutauchen, damit das Unerhörte deutlich wird und der Skandalon, den Bob Dylans Griff zur elektrischen Gitarre in jenen Jahren bedeutet hat. Das ästhetische Gesamtdesign der neuen, urbanen Folk-Generation jener Jahre, die sich in den Clubs und Kneipen des New Yorker Stadtteils Greenwich Village trifft, beinhaltet das Einfache der akustischen Gitarre, wie sie so schon seit Jahrhunderten gespielt wird. Bezeugt sie doch gerade das, was "Folk" den von linksliberal bis kommunistisch denkenden und textenden schon seit Woody Guthrie und Bob Seegers bedeutet: eben gerade nicht „Volk", sondern eher so etwas wie „die einfachen Leute". In diesem Gedanken besteht die Traditionslinie, die auch von den Folk-Musikern und -Musikerinnen der 60er Jahre weitergesponnen wird.

Doch kein Mensch lebt in einem zeitlichen Vakuum. Die Beatles begeistern sich für Folk, und Dylan ist Fan der Beatles. Wären sie Mann und Frau, hätten sie vielleicht die Byrds zeugen können. Die haben dann allerdings auch ohne fremde Hilfe das Licht der Welt erblickt, 1964 in Los Angeles. Zu dem Zeitpunkt zirkulieren bereits bestimmte Songs, die Rock mit gewissen folky Elementen verbinden; ein prominentes Beispiel ist die Coverversion des Folktraditionals The House Of The Rising Sun der Animals. Doch erst durch den speziellen Sound der Byrds mit ihrer 12-Saiten-Guitarre, den melancholischen Chor-Arrangements und dem Songaufbau, der sich im Kreise zu drehen scheint, macht der Begriff des Folk Rock die Runde.

Ein Begriff macht die Runde

Es bleibt noch, kurz in diese Zeit mit ihren ästhetischen Ideologien und Barrikadenkämpfen einzutauchen, damit das Unerhörte deutlich wird und der Skandalon, den Bob Dylans Griff zur elektrischen Gitarre in jenen Jahren bedeutet hat. Das ästhetische Gesamtdesign der neuen, urbanen Folk-Generation jener Jahre, die sich in den Clubs und Kneipen des New Yorker Stadtteils Greenwich Village trifft, beinhaltet das Einfache der akustischen Gitarre, wie sie so schon seit Jahrhunderten gespielt wird. Bezeugt sie doch gerade das, was "Folk" den von linksliberal bis kommunistisch denkenden und textenden schon seit Woody Guthrie und Bob Seegers bedeutet: eben gerade nicht "Volk", sondern eher so etwas wie "die einfachen Leute". In diesem Gedanken besteht die Traditionslinie, die auch von den Folk-Musikern und ?Musikerinnen der 60er Jahre weitergesponnen wird.

Doch kein Mensch lebt in einem zeitlichen Vakuum. Die Beatles begeistern sich für Folk, und Dylan ist Fan der Beatles. Wären sie Mann und Frau, hätten sie vielleicht die Byrds zeugen können. Die haben dann allerdings auch ohne fremde Hilfe das Licht der Welt erblickt, 1964 in Los Angeles. Zu dem Zeitpunkt zirkulieren bereits bestimmte Songs, die Rock mit gewissen folky Elementen verbinden; ein prominentes Beispiel ist die Coverversion des Folktraditionals The House Of The Rising Sun der Animals. Doch erst durch den speziellen Sound der Byrds mit ihrer 12-Saiten-Gitarre, den melancholischen Chor-Arrangements und dem Songaufbau, der sich im Kreise zu drehen scheint, macht der Begriff des Folk-Rock die Runde.

Folky: Immer wieder und überall

Der erste Folk Rock-Hit ist denn auch eine Byrds-Coverversion des Dylan-Songs Mr. Tambourine Man, die 1965 die Charts stürmt. In dieser Zeit wandelt sich auch Dylan vom Akustik-Barden zum elektrisch und mit Band verstärkten Singer/Songwriter. Als er auf einem Festival erstmals mit E-Gitarre auf der Bühne steht, spaltet das die Folkies. Einige werfen ihm Verrat an den Ideen des Folk vor, andere begrüßen den neuen Sound. Und weil die Kollision der beiden dynamischen Welten so unvermeidbar ist, werden schnell einige neue Bands, Künstler und Künstlerinnen des neuen Stils berühmt.

Simon & Garfunkel etwa haben ihr 1964 veröffentlichtes Folk-Debüt Wednesday Morning, 3 A.M: schon als Flop abgehakt, als Dylans Produzent Tom Wilson den darauf enthaltenen Song Sounds Of Silence neu abmischt und dabei Bass, Gitarre und Schlagzeug addiert. Das Ergebnis: 1965 erreicht Sounds Of Silence die Spitze der US-Charts. Mit Lovin' Spoonful, Donovan, Love und Neil Youngs Band Buffalo Springfield werden neue Künstler berühmt, die großartige Folk Rock-Songs schreiben.

Von da an bis heute bleibt Folk Rock in der Landschaft des Pop präsent. Auch wenn die Byrds gegen Ende der 60er Jahre mit ihrer Wende hin zur Psychedelia Vorbild für so viele Westcoast-Bands werden oder Bob Dylan und Neil Young bald in Country eine neue Blaupause finden: Mit Fairport Convention und Pentangle findet Folk Rock auch Standorte in Großbritannien.

Und das "folky" Element, seien es Introspektion und Melancholie, eine gewisse ländliche Langsamkeit, der Einsatz vor allem akustischer Instrumente oder twingel-twangelnde Gitarrenläufe, taucht immer wieder und überall auf. In der "Class Of '86" mit den Pastels und den frühen Primal Scream, im wellenartigen Aufkommen von Singer/Songwritern wie derzeit etwa Norah Jones, oder bei seit den 80ern aktiven, großartigen Bands, wie es die Go-Betweens und die Walkabouts sind.
(cb)

Weitere Meister dieses Genres sind:

Joni Mitchell, Van Morrison, The Flying Burrito Brothers, Arlo Guthrie, The Leaves, Tim Buckley, The Blue Things, The Mamas & The Papas

Einige Schlüsselalben dieses Genres sind:

Simon & Garfunkel: Wednesday Morning, 3 A.M. [1964]
Bob Dylan: Bringing It All Back Home [1965]
The Lovin' Spoonful: Country Daydream [1966]
Donovan: Sunshine Superman [1966]
Buffalo Springfield: Buffalo Springfield [1967]
The Byrds: Turn Turn Turn [1966]
The Go-Betweens: Sixteen Lovers Lane [1994]
The Walkabouts: Devil's Road [1996]

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Im Genrelexikon bietet musicline.de noch mehr Wissen über Musik. Zum Beispiel in den Einträgen Über den Folk hinaus (Singer/Songwriter), Von der grünen Wiese nach Greenwich Village (Urban Folk) oder Die Entdeckung des Teenagers (Rock'n'Roll).