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Das musicline.de-Genrelexikon bietet Hintergründe zu den verschiedensten Stilen und Phänomenen in der Musik. In jedes Thema führt ein kurzer Text ein, der die wichtigsten Entwicklungen, einflussreichsten Künstler und besten CDs vorstellt. Das Genrelexikon erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern wird fortwährend erweitert und aktualisiert.

Boy Bands & Girl Groups
Hysterie mit Kuscheltieren

 

Das lukrative Geschäft der Boy und Girl Groups

Leicht konsumierbare Melodien, klare Rhythmen und ein klebriger Refrain - das ist die musikalische Basis jeder Boy und Girl Group. Hinzu kommen perfekt choreographierte Bühnenshows und ein ausgefeiltes Image-Profil für jedes der 4 bis 7 Bandmitglieder. Die Cash Cows der Szene wie die New Kids On The Block, Backstreet Boys oder die Spice Girls verdienen mit diesem Rezept etliche Millionen.

In den 90er Jahren war das Produkt “Boy Group“ der am schnellsten wachsende Teilmarkt der Musikbranche. Auslöser und Synonym für diesen scheinbar neuen Hype waren die US-Boys von New Kids On The Block . Die fünf Jungs wurden Mitte der 80er Jahre von Maurice Starr aufgebaut. Starr hatte bereits in den frühen 80ern mit New Edition eine erfolgreiche Urban Band an den Start gebracht, in der ausschließlich Schwarze sangen. Die New Kids sollten ein Produkt für die Kinder der weißen Mittelschicht werden. Also castete Starr weiße Jugendliche (der Älteste war 16), gab ihnen Gesangs- und Tanzunterricht und ließ sie im Studio die von ihm geschriebenen und produzierten Lieder einsingen. Als 1986 ihre erste Platte (“New Kids On The Block“) erschien, ernteten sie damit außer Kritikerhäme nicht viel. Doch nachdem der zwei Jahre später erschienene Nachfolger “Hangin' Tough“ satte 8 Millionen mal über die Ladentheke gereicht wurde, spottete niemand mehr. Die Platte stellte sich als schier endlose Ansammlung von Hits heraus. Die Musik war allerdings nicht das Neue an den New Kids. Das bis dahin einzigartig war vielmehr die durchgestylte Bühnenchoreografie mit den zumeist synchronen Tanzbewegungen der durchweg photogenen Jungs.

Schon in den 50ern hatte es Boy und Girl Groups gegeben. Diese sogenannten Doowop-Gruppen fanden sich nach der Schule zusammen, um gemeinsam a capella zu singen. Musikverlage und Plattenfirmen nahmen die in der Regel 4 bis 5 Sänger umfassenden Gruppen unter Vertrag und produzierten mit ihnen ein paar Hits. Noch heute gespielt wird beispielsweise “Mr. Sandman" der Mädchenband Chordettes. Ein Begriff sind auch noch die Supremes aus den 60ern, Sister Sledge aus den 70ern und natürlich Village People.

Die Schwulen-Kultband war zudem eine der ersten Bands, in der jedes Mitglied eine genau festgelegte Rolle spielte: Indianer, Bauarbeiter, Cowboy usw. Das Rollenspiel nach dem Muster ein Harter, ein Zarter, ein Cooler und ein Schwuler gehört seither zum festen Bestandteil jeder dieser Bands. Bis Mitte der 90er Jahre konnten so Take That und Caught in the Act Erfolge feiern. Danach dominierten die Backstreet Boys , 'N Sync und die Spice Girls . Wichtigster Bestandteil der Boy bzw. Girl Groups sind allerdings die Horden vornehmlich weiblicher Fans, die ihre Idole solange mit Stofftieren bewerfen, bis die Bühne aussieht wie ein Friedhof der Kuscheltiere.

Weitere wichtige Vertreter des Genres sind:

Bay City Rollers, East 17, Boyzone, La Touché, All Saints, 5ive, B*Witched, No Angels, Destiny's Child, Girls Aloud

Einige Alben mit Schlüsselqualitäten:

Village People: Cruisin' [1978]
New Kids on the Block: Hangin' Tough [1988]
Take That: Take That & Party [1993]
Boyzone: Said and Done [1995]
Spice Girl: Spice [1996]
Backstreet Boys: Backstreet Boys [1996]
All Saints: All Saints [1997]
'N Sync: No Strings Attached

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