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Das musicline.de-Genrelexikon bietet Hintergründe zu den verschiedensten Stilen und Phänomenen in der Musik. In jedes Thema führt ein kurzer Text ein, der die wichtigsten Entwicklungen, einflussreichsten Künstler und besten CDs vorstellt. Das Genrelexikon erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern wird fortwährend erweitert und aktualisiert.

Hard Rock
Spiel das einfacher

 

Kein Bombast, keine Illusion: Die Ur-Zeit des britischen Hardrock

Bereits Mitte der 60er Jahre besannen sich die Rolling Stones auf den Blues. Im Laufe der 70er Jahre radikalisieren Bands aus Großbritannien diesen Blues kennenden Rock: Led Zeppelin, Black Sabbath und Deep Purple brechen ihre Songs straight raus. Ihre Vorstellungen von Härte setzen Heavy Metal in Gang.

In der Zeit nach dem großen Blues Revival schlägt die Rockmusik Großbritanniens sehr unterschiedliche Wege ein. Einige Bands wie Yes und Genesis gründen auf den elaborierten Gitarrensoli eines Eric Clapton ganze Königreiche aus Vertracktheit, klassischer Kompositionslehre und schulmeisterlichem Darstellen von Handwerk. Teilweise als Reaktion auf diese Bands, teilweise auch aufgrund eines völlig anderen Verständnisses des British Blues Revival entwickelt sich zur gleichen Zeit - Ende der 60er Jahre - ein Drängen nach neuer Einfachheit.

Nach der Trennung der Yardbirds, zu denen Clapton gehörte, gründet ein weiterer Ex-Gitarrist eine neue Gruppe. Im Jahr 1968 taucht der Name Led Zeppelin erstmals auf. Zur Band gehört also Jimmy Page, dazu Sänger Robert Plant, Bassist John Paul Jones und Schlagzeuger Jon Bonham. Besonders im Laufe der vier ersten Alben legen sie eine Basis, auf die so gut wie alle nach ihnen folgenden Hardrock-Bands bauen werden. Led Zeppelin prägen das symbolische Reservat von Hardrock und dem, was später "Heavy Metal" genannt wird: Mit Songtiteln wie Black Dog oder Stairway To Heaven wird das Undurchdringliche, das Mystische erkundet. Genauso hallen aber bis heute das schwere Riff der beiden Gitarristen, der Shouting-Stil des Sängers und der reduzierte Schlag des Drummers nach.

Der eine Hit von Deep Purple etwa mutet an wie eine von Led Zeppelin abgeschaute Mystery-Metapher. Dabei beruht Smoke On The Water auf einer ganz realen Geschichte. Nach mehrmaligen Umbesetzungen, nach Pop- und Symphonie Rock-Versuchen übernimmt Gitarrist Richie Blackmore 1970 das Sagen und stellt auch diese Gruppe auf das Fundament des guten Riffs und der dröhnenden Stimme. Das Nachfolge-Album des straighten Rockers Fireball möchte man ein Jahr nach diesem Umbau live in Montreux aufnehmen. Aus dem Plan wird nichts: Während eines Konzerts von Frank Zappa geht das "Casino", wo die Aufnahmen von Deep Purple entstehen sollen, in Flammen auf. Da Montreux am Genfer See liegt, kommt die Band auf den Songtitel Smoke On The Water. Auf einem der ganz flamboyanten Alben des Rock, Machine Head, ist er erstmals zu hören.

Ganz einfach, reizend vulgär halt, machen es schließlich Black Sabbath. Und auch sie prägen den schweren Rock, insbesondere die Zeichensprache des Heavy Metal. Die auf Fantasmen beruhenden Songtexte wie War Pig oder Iron Man laufen dem kompletten Muskel- und Kampf-Gepose des Metal voraus. Schwer schleppt der Beat, wie Alpträume hallen die Gitarren nach. Nach der Werte predigenden Zeit des Psychedelic Rock ersteht nun ein Nihilismus, dessen Desillusioniertheit an Anti-Illusioniertheit grenzt und der sich später auch in Form des Punk Rock ausbreiten wird.

Zu Punkzeiten formiert sich denn auch folgerichtig eine neue, noch härtere Front des harten Rock. Judas Priest, Motörhead und Iron Maiden, sie alle legen gut Geschwindigkeit zu. Und werden deshalb mit dem Begriff "New Wave Of British Heavy Metal" belegt. Der wird sich, wie Metal überhaupt, in den 80er Jahren abermals ausdifferenzieren. Mit dem Doom Metal beruft sich sogar eine komplette Kaste an Bands weltweit auf Black Sabbath.

Weitere Meister dieses Genres sind:

Budgie, Diamond Head, Saxon, Ufo,Venom, Uriah Heep, Def Leppard

Einige Schlüsselalben dieses Genres:

Led Zeppelin: IV [1971]
Black Sabbath: Paranoid [1971]
Mott The Hoople: Wildlife [1971]
Deep Purple: Machine Head [1972]
Thin Lizzy: Fighting [1975]
Motörhead: Motörhead [1977]
Judas Priest: Stained Class [1978]
Iron Maiden: Iron Maiden [1980]