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Das musicline.de-Genrelexikon bietet Hintergründe zu den verschiedensten Stilen und Phänomenen in der Musik. In jedes Thema führt ein kurzer Text ein, der die wichtigsten Entwicklungen, einflussreichsten Künstler und besten CDs vorstellt. Das Genrelexikon erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern wird fortwährend erweitert und aktualisiert.

Breakbeat
Atomisieren und Beschleunigen

 

Mutter der britischen Clubmusik: Breakbeat

HipHop ist die erste Musik, die ausgiebig auf der Grundlage von Breakbeats arbeitet: Loops, die man entweder mit zwei Plattenspielern oder mithilfe eines Samplers aus Instrumentalteilen bereits veröffentlichter Songs erzeugt. Doch mit Drum'n'Bass wird der Breakbeat zur Mutter der britischen Clubmusik.

Beinahe Alles, was nach Drum'n'Bass in London und auch sonst wo auf der Insel aufgelegt worden ist, ist letztendlich Breakbeat-Musik. Natürlich hat Großbritannien auch großartige Produzenten der geraden, also im Viervierteltakt schlagenden Bass-Drum. Der Sound der Pirate Radios und damit der Klang aller Music Lovers da drüben aber sind die Breaks.

"Break" bedeutet Bruch und steht in der Musik für einen meist instrumentalen Teil innerhalb eines Songs. Es war auf den New Yorker Blockpartys der 70er Jahre, als zum ersten Mal bewusst mit Breaks gearbeitet wurde: spätere Größen wie Grandmaster Flash, Kool Herc oder Grandwizzard Theodore erzeugten mit Hilfe zweier Plattenspieler und eines Mischpultes so genannte Loops, also nicht endende, immer gleiche Passagen. Grundlage dieser Loops waren instrumentale Teile bereits veröffentlichter Funk- und Soul-Schallplatten. Bis heute ist James Brown die Quelle, derer sich im HipHop am meisten bedient wird; auch The Meters oder später im Electro HipHop Kraftwerk sind geschätzt.

Als im Laufe der 80er Jahre der Sampler auch für Heimproduzenten erschwinglich wird, entsteht nicht nur im HipHop allmählich eine ganze Wissenschaft des Breaks. Wie kann man ihn originell zerlegen? In welcher Geschwindigkeit klingt er am besten? Auch in Großbritannien stellt sich die Jugend diese Frage. Ende der 80er Jahre feiert sie im Rausch des Raves, und bald schon wird ihre "Breakbeat Science" zum Fundament der kommenden Clubkulturen.

Ein Break, das auch im HipHop bereits etwa von NWA benutzt worden ist, erweist sich dabei als in hohem Maße bedeutend. Der Song Amen My Brother war 1969 von der Washingtoner Soul-Band The Winstons eingespielt worden. Seine charakteristische Snare Drum und überhaupt seine Energie machen ihn zur Grundlage des Drum’n’Bass : Ragga-Jungle-Klassiker von General Levy oder Shy FX spielten ebenso mit ihm wie die Drum'n'Bass-Produzenten Goldie, Dillinja oder Roni Size.

Ja und Amen

Doch geht aus der Ursuppe Breakbeat nicht bloß diese Wissenschaft mit ihren futuristischen Soundvorlieben hervor: als kommerziell besonders erfolgreich erweist sich der lustigere und leichter konsumierbare Bruder des Drum'n'Bass. Big Beat landet gegen Ende der 90er Jahre in Gestalt von Fatboy Slim ganz vorne in den internationalen Hitlisten. Bis heute haben sich diesen beiden Breakbeat-Stilen neue Verästelungen im beinahe jährlichen Rhythmus angeschlossen: Nu Breaks und Broken Beats, 2-Step und UK Garage, Dubstep und Grime. Diese Wissenschaft wird noch lange weiter betrieben werden.
(cb)

Weitere Meister dieses Genres sind:

The Streets, Burial, Digital Mystikz, Wiley, Shystie, The Mitchell Brothers, So Solid Crew, Freq Nasty

Einige Schlüsselalben dieses Genres sind:

Nicolette: Now Is Early [1992]
Goldie: Timeless [1995]
Roni Size Reprazent: New Forms [1997]
Fatboy Slim: You've Come A Long Way, Baby [1998]
V.A./OST: Laura Croft ? Tomb Raider [2001]
Dizzee Rascal: Showtime [2004]
V.A.: Grime 2 [2004]
M.I.A.: Piracy Funds Terrorism [2004]
Dizzee Rascal: Showtime [2004]
V.A.: Funky Breaks and Sampled Soul [2005]

Interesse geweckt? Im Genrelexikon bietet musicline.de noch mehr Wissen über Musik. Zum Beispiel in den Einträgen Zweimal so nett (2 Step), Spiel noch mal den Würgebass, DeeJay (Drum’n’Bass) oder Planet des elektrifizierten Funk (Electro).