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Soul
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Soul trägt schwarzes Selbstbewusstsein in die Popmusik

Soul ist die Besinnung auf das, was einem eigen ist. Wenn Ray Charles Gospel-Melodien in seinen R’n’B einpflanzt, wenn Marvin Gaye "What's Going On?" fragt und Curtis Mayfield "We're Movin' On" deklamiert: Dann besinnt sich darin das afro-amerikanische Amerika in ganz unterschiedlichen Formen auf das, was ihm eigen ist. So passiert das in den 60er Jahren in den USA. So klingt Soul.

Ray Charles gehört zu den ersten. Er bündelt die Energie des Gospel mit romantischen Texten und R’n’B-Hooklines. Das spielt sich in der zweiten Hälfte der 50er Jahre ab - wenig später schon ist Soul ein Begriff. Das Label Tamla wird 1959 in Detroit gegründet, Motown folgt kurz darauf. Besonders letzteres, das Zweitlabel von Berry Gordy, knallt Hit auf Hit raus mit extravaganten Produktionen, verblüffenden Stimmen und Pop-Appeal. Marvin Gaye, Stevie Wonder, The Temptations, The Supremes - sie alle tragen dazu bei, dass Motown in den USA 78 Top Ten Hits zwischen 1959 und 1969 feiert.

Von Nord bis Süd

Ein weiteres großes Soul-Label wird etwa zur gleichen Zeit im Süden der USA gegründet. Stax Records bringt mit Otis Redding, Rufus Thomas oder Booker T & The MGs etliche Stars hervor. Dank labeleigener Studioband (das sind Booker T & The MGs!) kann jede Stax-Platte gleich am typischen Memphis Sound erkannt werden: So bringt niemand sonst Gospel mit Country und Blues zusammen.

Auch der Erfolg von Curtis Mayfield ist weit mehr als bloß ein kommerzieller: Seine Songs wie "We're Movin' On" oder "Keep on Pushing" werden bei Protestveranstaltungen der Bürgerrechtsbewegung gesungen, so sehr treffen sie die erwachenden politischen Anliegen der Afro-Amerikaner. Auch Edwin Starr und Marvin Gaye veröffentlichen im Laufe der Sixties einige Alben mit dezidierten politischen Aussagen.

Das Aufsplittern schwarzer Popmusik

Als Martin Luther King 1968 ermordet wird, wird nicht nur die Politik der Black Liberation verzweifelter: Die harschen Beats des Funk machen Furore, so in Gestalt von James Brown, Sly Stone oder Funkadelic. Der Funk ist nur ein Zeichen für das Aufsplittern schwarzer Popmusik. Mit The O'Jays und Harold Melvin & The Blue Notes kommt Anfang der Siebziger Jahre der Philly Sound auf, benannt nach Philadelphia, der Mother-Stadt des Sounds. In seinen treibenden Beats und fetten Bläser/Streicher-Arrangements ist Disco schon zu erahnen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Weitere Meister dieser Strömung sind Al Green, Four Tops, Supremes, Carla Thomas, Aretha Franklin, Staple Singers, Isley Brothers, Martha & The Vandellas, Jackson Five

Diese Alben besitzen Schlüsselqualitäten:

Otis Redding: The Dictionary Of Soul [1965]
Aretha Franklin: Aretha Arives [1967]
Marvin Gaye: What's Going On [1971]
Al Green: Gets Next To You [1971]
Stevie Wonder: Talking Book [1972]
Ray Charles: Genius Of Ray Charles [1959]
The O'Jays : Backstabbers [1971]
Curtis Mayfield: Superfly [1972]

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